Kurt Vonnegut war ein absolut genialer Satiriker. Mit fast kindlichem Charme und Naivität nimmt er die Dummheit der Menschen auseinander. Es wäre viel öfter zum brüllen komisch, wenn es nicht gleichzeitig so erschütternd traurig wäre.

Zudem hat er einen unglaublich eigenwilligen Stil, der sich nicht an literarische Konventionen hält. Vonnegut schreibt, wie er will. Seine Bücher sind absolute Unikate, die mit keinen anderen Romanen vergleichbar sind. Deshalb lässt er sich auch schwer in Schubladen stecken, ist aber gleichzeitig auch nicht für jeden Leser geeignet.

Aber nun zu Galápagos. Dieser Roman nimmt nicht nur eine vollkommen eigene (und amüsante) Erzählperspektive ein, er ist auch Kurt Vonnegut in absoluter Hochform. Galápagos zählt vermutlich nicht zu seinen bekanntesten Werken, aber definitiv zu meinen liebsten von ihm. Sowohl wirklich lustig, als auch ganz böse satirisch.

Ich würde Galápagos vielleicht nicht als Einstieg in das Schaffen von Kurt Vonnegut empfehlen, da der Roman (ähnlich wie z.B. Breakfast of Champions) ein überaus eigenwilliges Werk ist. Das beginnt bei der bereits erwähnten Erzählperspektive und setzt sich bis hin zu Handlung und Figuren durch.

Worum geht es in Galápagos: Eine kleine Gruppe Schiffbrüchiger überlebt auf den Galápagos Inseln und entwickelt sich über Jahrhunderte hinweg zu einer pelzigen Robbenart, deren Gehirne auf das notwendigste reduziert sind. Aber laut Vonnegut ist das etwas gutes, denn es waren stets unsere überdimensionierten Gehirne, die uns ständig Probleme gemacht haben.

Einfach grandios!