Marco Rauch

Autor

Im Garten Numen

Es gibt Bücher, da weiß man gleich, die hätten sich ein großes Publikum und eine hohe Auflage verdient, gleichzeitig sind sie zu wenig im Mainstream verankert, weil sie etwas originelles und eigenes erzählen. Sie entwickeln eine Atmosphäre, die eindeutig zeigt, dass es sich hier nicht um Massenware, sondern um Literatur mit viel Herzblut und Hirnschmalz handelt.

Im Garten Numen ist so ein Buch.

Es gibt zwar den ein oder anderen Kritikpunkt, dennoch ist der Roman ein starkes Stück Phantastik. Erik R. Andara zieht mit seiner Sprache in den Bann, macht seine Figuren lebendig, kreiert eine unheilvolle, sich langsam steigernde Atmosphäre und Spannung und weiß sowohl Milieu als auch Handlungsort authentisch darzustellen.

Was dazu führt, dass ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen habe. Ich kann den Roman echt nur empfehlen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man ein Fan der Phantastik ist oder nicht. Der Autor schafft es, den Leser sanft und behutsam, aber doch spannend in das Genre einzuführen. Die phantastischen Elemente schleichen sich in die Geschichte ein – und in das Herz des Lesers.

Im Garten Numen ist zwar (leider) noch kein Bestseller, aber er hat das Zeug zu einem Genre-Klassiker. Verdient hätte er es sich.

Erhältlich bei thalia, Amazon, BoD Buchshop und anderen Buchhandlungen.

Im Garten Numen von Erik R. Andara
Im Garten Numen von Erik R. Andara

Ihr Hobby ist Mord

Egal wie viele Menschen in ihrer kleinen Ortschaft ermordet werden, niemand verdächtigt sie. Weil sie alt ist und Krimis schreibt. Alle glauben, sie will helfen. Den Ermittlern beim Auflösen des Falles. Den Opfern Gerechtigkeit zu bekommen. Sich selbst um Stoff für einen neuen Roman zu haben.

In Wahrheit fragt sie sich, wie viele Morde sie noch begehen muss, bis endlich jemand durchschaut, dass sie alle Menschen in dieser kleinen Ortschaft tötet. Und sie tut es gern. Jeder braucht ein Hobby.

Agententräume

Er steht jeden Morgen auf, verabschiedet sich von seiner Familie und fährt zur Arbeit. Dort tippt er den ganzen Tag am Computer, gibt Zahlen ein, hält Meetings ab. Ein weiterer ereignisloser Tag.

Nach der Arbeit kommt er heim und isst mit Frau und Kind zu Abend. Sie wechseln sich ab mit dem Kochen. Sie sehen fern, gehen aus oder spielen etwas. Sie schlafen selten miteinander, aber das ist okay.

Er wacht auf. Agent 700 träumte wieder von einem normalen Leben. Die Langeweile gefiel ihm gut.

Klischee 4 – Kugelsicher

Ein Schuss sollte genügen. Er zielt perfekt. Die Kugel trifft den Tank des flüchtenden Wagens. Der große Held freut sich auf die Explosion. Nichts geschieht. Das Auto fährt weiter und die Bösen können entkommen.

Er fragt: „Sind hier alle Autos kugelsicher?“

In seiner Welt hat das immer funktioniert. Ein Schuss und jedes Auto fliegt in die Luft. Hier nicht. Nicht in dieser Wirklichkeit. Da gewinnen viel zu oft die Bösen. Und die Guten stehen mit leeren Händen da.

Klischee 3 – Kugel im Körper

Er holt die Kugel aus dem Körper seines Kollegen. Das hat bisher ohne Probleme geklappt. Alle haben überlebt, nachdem er die Kugel entfernt hat.

Diesmal geht es schief. Er kann die Kugel entfernen, doch sein Kollege hört nicht auf zu bluten. Da kann er noch so fest auf die Wunde pressen, er rettet damit niemandem das Leben. Am allerwenigsten dem Kollegen, der unter seinen Händen stirbt. Er ist zwar ein großer Held, aber er ist kein Chirurg. Hätte er die Kugel am besten gelassen, wo sie war.

Klischee 2 – Zigaretten

Es geschieht auf einer Tankstelle. Die Bösen sind in ihrem Auto gefangen. Benzin rinnt aus und breitet sich langsam über den Asphalt aus. Cool und lässig zündet er sich eine Zigarette an, macht einen Zug davon, damit die Spitze richtig glüht, und wirft sie ins Benzin.

Eigentlich sollte es in Flammen aufgehen und das Auto in die Luft jagen. Aber das passiert nicht. Stattdessen dämpft das Benzin die Zigarette mit einem Zischen aus. Die Bösen entkommen aus dem Auto und verprügeln ihn so richtig.

Klischee 1 – Konsequenzen

In seiner Welt war er ein großer Held, hat regelmäßig den Tag gerettet und die Bösen besiegt. Aber in dieser Welt, in dieser neuen Wirklichkeit, da gibt es keine Helden mehr, es gibt keine Siege. Er versucht mit der Faust eine Fensterscheibe einzuschlagen und erleidet tiefe Schnitte, die genäht werden müssen. Zum ersten Mal empfindet er richtige Schmerzen. Es ist bloß ein Klischee seiner Welt, dass man Glasscheiben ohne Konsequenzen mit der Faust einschlagen kann.

Kein Schlaf

Er wacht jeden Morgen auf und fühlt sich müde. Als hätte er die ganze Nacht nichts geschlafen. Seine Träume sind keine Träume, seine Träume sind Erinnerungen an das, was er in der Nacht getan hat. Er lebt zwei Leben, er existiert doppelt ohne es zu merken. Kein Wunder, dass er ständig müde ist, wenn er keinen Schlaf findet. Kein Mensch kann zwei Leben leben. Die meisten schaffen es nicht mal ein einziges Leben richtig zu leben.

Das Programm der Zukunft

Ich sitze daheim vor dem Fernseher, da spaziert meine Katze über den Tisch und steigt auf die Fernbedienung. Sie drückt wahllos Knöpfe und der Fernseher reagiert. Der Bildschirm wird schwarz und unten steht der Text: Das Programm der Zukunft kann derzeit nicht angezeigt werden, versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.

Und das tue ich. Jeden Tag. Für den Rest meines Lebens. Bis ich keine Zukunft mehr habe.

Mein Brotjob

Wie vermutlich die meisten Autoren kann ich nicht mal ansatzweise vom schreiben leben und brauche deshalb einen sogenannten Brotjob. In Wahrheit gibt es halt nur sehr wenige wirkliche Bestseller-Autoren wie Stephen King, Dean Koontz oder J.K. Rowling (obwohl mir immer wieder geraten wird, ich soll doch „einfach mal“ einen Harry Potter schreiben).

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