Essay, edition schreibkraft Nr. 36/37

Inhalt:

Eine Aufklärung der etwas anderen Art. Dinge, die einem (beim Sex) passieren, über die aber selten bis nie geredet wird.

Auszug:

Niemand sagt einem, was man bei einer abgerissenen Vorhaut tut.

Oder klärt einem darüber auf, was zu tun ist, wenn man sich beim Stutzen der Schamhaare mit der Schere in die Hoden schneidet.

Was tut man, wenn einem gleich nach dem ersten Mal Analsex, nachdem man der Freundin so lange versichert hat, dass der Anus eine der erogensten Zonen des Körpers ist und man natürlich besondere Vorsicht dabei walten lässt, wenn einem ein paar Tage später ständig Tropfen einer durchsichtigen, schmierigen Flüssigkeit aus dem Penis kommen. Dauernd hat man eine feuchte Unterhose. Man ist undicht. Und man kann nach dem Pinkeln so viel wischen und tupfen und sich abtrocknen, wie man will, die Flüssigkeit kommt immer wieder. Tropft unaufhörlich aus einem hinaus. Das alles nur, weil man keinen Gummi benutzen wollte. Weil man findet, dass ein Gummi abtörnt. Weil er schon beim Überstülpen den Penis zum Erschlaffen bringt. Und ja, auch das: Weil man unbedingt in den Hintern seiner Freundin abspritzen wollte. Weil man es zu oft in Pornos gesehen hatte, um es nicht mal selber ausprobieren zu wollen.

Was macht man gegen einen aufgescheuerten, ausgetrockneten Penis? So trocken, dass bei jeder Erektion feine Hautrisse aufplatzen und in der weißen Unterhose rote Pünktchen hinterlassen. Weil man jung und ohne Freundin und ständig am onanieren ist.

Aufklärung

Hinter den Kulissen:

Vieles von dem, was in Aufklärung geschildert wird, ist durchaus tatsächlich passiert. Sprich, es ist eine sehr autobiographische Geschichte. Trotzdem ist vieles davon natürlich übertrieben dargestellt, manches bis ins lächerliche überzogen.