John Niven entwickelt sich mit jedem weiteren Buch, das ich von ihm lese, zu einem meiner absoluten Lieblingsautoren. Straight White Male war erst mein zweiter Roman von ihm, hat mich aber sofort bekehrt.

Bekehrt in der Hinsicht, dass mir sein Debütroman Kill Your Friends zwar gefallen hat, mich aber auch nicht umgeworfen hat. Es war mir zu sehr American Psycho und Bret Easton Ellis-Hommage, als eine eigenständige Thriller-Satire.

Aber mit Straight White Male hat er mich voll und ganz gekriegt. Seitdem will ich alles von ihm lesen (zwei hab ich bisher noch verschlungen, aber ich will mir auch etwas Zeit lassen und nicht alles hintereinander lesen, obwohl er neben Edward Abbey und Jim Thompson einer der wenigen anderen Autoren ist, von dem ich die Romane wirklich reihenweise verschlingen könnte).

Ich will über diese grandiose, absolut herrliche Satire über verkorkste Männlichkeit und Geschlechterrollen gar nicht zu viel sagen. John Niven im allgemeinen und Straight White Male im besonderen sind absolute Ausnahmeerscheinungen in der heutigen Literatur. Niven nimmt sich kein Blatt vor den Mund – und er ist dabei auch noch verdammt unterhaltsam.